05. August 2026 – Der Start in ein neues Schuljahr steht bevor. Unsere Volksschule steht unter Druck. Die Anforderungen steigen, die Klassen werden heterogener, und Lehrpersonen stossen immer häufiger an ihre Grenzen. Wer jetzt noch glaubt, man könne mit den Strukturen von gestern die Schule von morgen bewältigen, verkennt die Realität. Die Mitte/EVP-Fraktion legt ein Bildungspapier mit klaren Massnahmen vor. Weg von Ideologie, hin zu Lösungen, die im Schulalltag funktionieren.

Bildung ist mehr als Wissensvermittlung. Sie ist Beziehungsarbeit, Persönlichkeitsentwicklung und eine zentrale Investition in den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Genau deshalb müssen wir unsere Schulen so ausgestalten, dass sie Kindern wirklich gerecht werden und Lehrpersonen ein gutes Arbeitsumfeld vorfinden. Die Mitte/EVP-Fraktion stellt im neuen Bildungspapier klare Forderungen für eine leistungsfähige, familiennahe und zukunftsorientierte Volksschule im Kanton Thurgau.
Integration/Inklusion UND Separation: Das richtige Angebot für jedes Kind
Die Mitte/EVP-Fraktion will weg von der ideologischen Entweder-oder-Debatte und Lösungen, die sich am Kind orientieren. Für EVP-Kantonsrat Mathias Dietz ist klar: «Integration und Inklusion sollen dort gestärkt werden, wo sie tragfähig und sinnvoll sind. Gleichzeitig sollen Separation, Einschulungs- und Kleinklassen als wirksame Instrumente gesichert und unbürokratisch eingesetzt werden können.» Entscheidend ist nicht das Modell, sondern ob ein Kind den passenden Lern- und Entwicklungsraum erhält.
Ressourcen dorthin, wo sie wirken
Damit Integration gelingt, braucht es eine faire und zielgerichtete Verteilung der Mittel. «Die Mitte/EVP-Fraktion verlangt, dass der sonderpädagogische Pool nicht nur am Anteil fremdsprachiger Kinder ausgerichtet wird, sondern auch an der Zahl integrativ beschulter Schülerinnen und Schüler sowie am Sozialindex der Schule», sagt Die-Mitte-Kantonsrätin Michaela Frei Barbosa. Schulen mit besonderen Herausforderungen sollen im Kanton Thurgau gezielt mehr Ressourcen und Fachpersonen erhalten.
Time-Out-Angebote als gezielte Entlastung und Chance
Schulen sollen über wirksame Time-Out-Angebote verfügen, um belastende Situationen früh aufzufangen. Solche begleiteten Settings entlasten Klassen, stabilisieren Lernumgebungen und ermöglichen eine gezielte Rückführung in den Unterricht.
Praxisnahe Ausbildung für Lehrpersonen und klares Bekenntnis zum Thurgauer Weg
Die Anforderungen an Lehrpersonen wachsen: Heterogene Klassen, anspruchsvolle Elternarbeit, Verhaltensauffälligkeiten und die Zusammenarbeit mit Fachstellen gehören heute zum Alltag. Die Ausbildung an der PHTG muss Schritt halten und deshalb konsequent an der Realität im Klassenzimmer ausgerichtet werden. Konkret fordert die Fraktion ein obligatorisches Vorpraktikum vor Studienbeginn sowie regelmässige, längere Praxiseinsätze für Dozierende. Theorie und Praxis dürfen nicht nebeneinander herlaufen. Gleichzeitig ist klar: Gute Ausbildung braucht stabile Rahmenbedingungen. «Die Mitte/EVP-Fraktion bekennt sich klar zum Thurgauer Weg. Am Konvikt darf nicht gespart werden», sagt Die-Mitte-Kantonsrat Marc Rüdisüli.
Eltern früh einbeziehen und Verantwortung gemeinsam wahrnehmen
Die Familie ist der erste Bildungsort. Ein früher und systematischer Einbezug der Eltern stärkt die Startchancen der Kinder und entlastet die Schulen. «Die Mitte/EVP-Fraktion will, dass Eltern bereits zwei Jahre vor dem Kindergartenstart systematisch einbezogen werden. Dies etwa über Informationsanlässe zum Schulsystem, frühe Medienprävention und niederschwellige Elternbildungsangebote», sagt Die-Mitte-Kantonsrätin Isabelle Wepfer. Ein Gutscheinsystem für Spielgruppen oder Kitas, beim Besuch dieser Elternbildungsanlässe, können einen einfachen Zugang schaffen und Familien gezielt stärken. Wichtig bleibt der direkte Kontakt mit den Eltern.
Zukunftsvision: Teamteaching als Modell für die Schule von morgen
Ein besonderes Zukunftspotenzial liegt im Teamteaching. Wenn mehrere Lehrpersonen gemeinsam Verantwortung für eine Klasse übernehmen, entstehen neue Möglichkeiten für individuelle Förderung, ruhigere Lernsettings und bessere Lernergebnisse. Die-Mitte-Kantonsrätin Corinna Pasche-Strasser sagt: «Als Schulpräsidentin bin ich überzeugt: Multiprofessionelle Zusammenarbeit entlastet Lehrpersonen und stellt sicher, dass jedes Kind die Unterstützung erhält, die es braucht.»
Teamteaching stärkt die Unterrichtsqualität, entlastet Lehrpersonen und schafft die Voraussetzungen, damit auch grössere und heterogene Klassen pädagogisch erfolgreich geführt werden können.
Mit diesem Bildungspapier legt die Mitte/EVP-Fraktion Thurgau konkrete und praxistaugliche Vorschläge vor. Für eine starke Volksschule, die Kindern, Familien und dem Bildungsstandort langfristig gerecht wird.


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